Chile Dreiländereck Peru/Chile/Bolivien
Besuch Dreiländereck Chile-Peru-Bolivien
Im November 2011 haben wir mit Carmen und Jürgen Rister Chile, die Heimat unserer Alpakas besucht.
Nach einem 14 Stunden Flug über Madrid landet man in Santiago de Chile, eine der Städte mit der schlechtesten Luftqualität weltweit.
In Santiago könnte man noch einige Gebäude aus der Kolonialzeit besichtigen, unser Flugplan gab einen Aufenthalt aber nicht her und so ging es weiter nach Arica im äußerstem Norden Chiles, gleich an der Grenze zu Peru. Arica ist ein kleines Städtchen das im Salpeterkrieg erbittert umkämpft war und dabei an Chile fiel. Am Hauptplatz steht eine Dampfzahnradbahn gebaut 1924 von der Maschinenfabrik Esslingen und es gibt einen Hafen in dem die Container aus aller Welt angelandet werden. Von Arica aus zieht sich eine zum Teil abenteuerliche Straße nach Bolivien, ein LKW mit Container beladen nach dem anderen quält sich mit 15 km/h und geöffneter Motorhaube diese Straße hinauf, einige Container die in den Abgründen links und rechts der Straße gelandet sind sprechen eine deutliche Sprache, auch die vielen Kreuze und Gedenksteine zeugen von der anstrengenden Strecke und den übermüdeten Fahrern.
Wenn man im Anflug auf Arica ist kann man sich überhaupt nicht vorstellen wo es hier Tiere geben soll, nur Sand und Steine und kahle Berggipfel bilden das Panorama.
Arica liegt am Meer, man verbindet mit dem Pazifik eher warmes Wasser es ist aber ziemlich kalt und obwohl die Einheimischen baden gehen wollte ich ohne Tauchanzug nicht weiter als bis zu den Knien hinein und hab mich in den Hotelpool zurückgezogen.
Am nächsten Tag wurde alles eingekauft was es in der Hochebene nicht gibt also von einem 200 Liter Fass Diesel bis zu diversen Snacks alles. Chile ist relativ teuer, die Preise bewegen sich in etwa auf unserem Niveau und sind für die Hochlandbewohner de facto unbezahlbar.
Unsere Station im Hochland war Putre auf ca. 4000 Metern Seehöhe, von dort ging es jeden Tag um 06 Uhr Morgens los zu den verschiedenen Alpakafarmen. Die Tiere stehen in der Nacht in Korrals die aus aus Steinen aufgeschichtet werden, während des Tages dürfen sie dann in kleinen Feuchtgebieten wo es ein wenig Wasser gibt das spärlich vorhandene Moos abweiden. Unsere maximale erreichte Seehöhe war ca. 5400 Meter, dies lässt sich ohne Höhenkrankheitstabletten kaum mehr aushalten, trotz der eingenommenen Tabletten mussten wir Jürgen etwas Sauerstoff verpassen. Als er die Maske im "Krankenhaus" in Putre sah wurde er schlagartig wieder gesund aber die Ärztin die auch gleichzeitig Empfangsdame und Schreibkraft war fand es wohl lustig einen "Gringo" in die Finger zu kriegen und machte eine gründliche Untersuchung.
Wir haben TOP Herden gesehen wo Lamas und Alpakas getrennt gehalten werden, wunderschöne Tiere man kann auch zum Teil noch Elterntiere und/oder Geschwister sehen. Es gibt allerdings auch Korrals in denen Lamas und Alpis zusammen gehalten werden (auch mit den Hengsten!). Viele der Tiere werden nur wegen der Faser gehalten und wären nach unseren Standards nicht zur Zucht geeignet, von kaum vorhandenem Crimp bis zu Lamaohren an Alpis findet man alles - auch Alpakasteaks im"Restaurant".
In den kleinen Orten an der Hauptstrasse und im Hinterland wo noch Touris hinkommen findet man am Hauptplatz immer wieder Stände wo die Indiofrauen farbenfrohe Alpakaprodukte anbieten - letztlich mussten wir und Carmen & Jürgen je noch noch einen Koffer holen um alles nach Haus zu bringen.
Wir haben auch wunderschöne Eindrücke von der Landschaft mit nach Hause gebracht, das Licht ändert sich ständig und bringt herrliche Farbtöne an den erloschenen Vulkanen hervor die in allen Rottönen glänzen. Der grüne "Hügel" auf dem dritten Bild ist tatsächlich ein Baum und kein bemooster Felsen.
Auch einen Salzsee der als Naturschutzgebiet deklariert ist haben wir besucht, viele Flamingos und Vikunjas leben in Nachbarschaft mit Baggern und hunderten LKWs pro Tag die das Salz abbauen und nach Arica befördern.
Auch heiße Quellen und aktive Vulkane kann man bestaunen, man muss nur auf den staubigen Pisten beim Fotografieren schneller sein als die vorbeibrausenden LKWs sonst ist die Kamera gnadenlos verstaubt, der scharfe Vulkansand setzt sich überall hin und zerkratzt jeden Filter (oder Frontlinse)
Die Verwandten unserer Lamas und Alpakas die Vikunjas und Guanakos stehen mittlerweile im Hochland unter Schutz, die Bestände sind nach Auskunft der Einheimischen jedoch durch Bergbau und Salzgewinnung rückläufig
Wir konnten mit viel Glück einen Guanako Macho von ganz nah fotografieren, offenbar hatte er ein Auge auf Carmen geworfen, die sich auch gleich hinter mir versteckte...............
Chile ist ein beeindruckendes Land mit extremen Gegensätzen und echt eine Reise wert ich würde jederzeit wieder hingehen!
Wir konnten natürlich nicht widerstehen und haben auch Alpacas eingekauft, die Mädels werden am 12. Jänner in Amsterdam erwartet und dann per Tiertransporter die Reise zu uns antreten, einige davon dienen der Verstärkung unserer Herden, andere werden sicher den Weg zu anderen Alpacahaltern/Züchtern finden.
Für weitere Infos stehen wir zu gern zur Verfügung:
Jürgen & Carmen Rister Alpacastall Zumberg: http://www.alpacastall-zumberg.de/
Ariane & Wolfgang Alpacas vom Aspoltsberg: Kontaktformular unserer HP




















































